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"Surfen auf gutem Gewissen"


We are very stoked about the great article in "die Presse" :) Quite unexpectedly, it was even printed and published on paper! Many thanks again to the whole Presse-Team and especially to Barbara Schechtner.


Surfen auf gutem Gewissen Nachhaltigkeit.


Weil sie das Meer vermisst haben, haben vier leidenschaftliche Surfer aus heimischem Holz das Trainingsgerät „Woaz Board“ entworfen. von BARBARA SCHECHTNER

Schon bald ist ihnen die Decke auf den Kopf gefallen, beschrei- ben Fabian Huss, Matthias Hierzer, Philipp Petschenig und Otto Kaltner ihre Zeit im ersten Lockdown. Normalerweise die Wellen auf den weiten Meeren dieser Welt reitend, mussten sie sich etwas einfallen las- sen, um ihre Sehnsucht nach dem Sur- fen und nach dem Meer zu stillen. „Da wir alle aus der Kreativ- bzw. Handwerkssparte kommen, war schnell der Gedanke da, einfach diese Trockenphase mit dem Bau eigener Surfboards zu überbrücken“, erzählen sie im Gespräch mit der „Presse“. Dies sei zunächst ganz gut gelaufen, die Materialien wurden in Frankreich bestellt, ihre Träume von Formen, Kurven und Kanten in die erhaltenen Styroporblöcke gemeißelt. Doch schon bald hinterließen die angefertigten Surfbretter einen schalen Beigeschmack. Unmengen an Kunststoffstaub blieb zurück, beim Glasen wurde mit Epoxidharz und Fiberglas versiegelt. „Diese Materialien sind giftig, mit großem Energieaufwand her- zustellen und beinahe unmöglich von- einander zu trennen, wenn es um Recyceln und Wiederverwerten geht.“ Spätestens jetzt wurde ihnen bewusst: „Das kann doch nicht sein, wir sind Surfer, lieben die Natur und sind auf unsere Umwelt bedacht. Was wir hier produzieren, ist mehr oder weniger Sperrmüll für die Ewigkeit.“ Und so dachten sie um. Aber zu- erst dachten sie einmal nach. Auch über das Konzept der „Nachhaltigkeit“: Was dieser Begriff eigentlich für sie be- deute und welche Spuren sie tatsächlich hinterlassen wollten. Hin und wie- der sprangen sie beim Überlegen auf ein altes Balance Board, das bei einem von ihnen daheim herumlag. Es handelt sich dabei um ein Sportgerät, auf dem man Gleichgewicht und Koordination trainieren, Rumpfstabilität und Tiefenmuskulatur stärken kann. Und auf einmal stellten sie fest: Die Lösung liegt ihnen direkt zu Füßen: „Uns fiel auf, dass so ein Balance Board alles bietet, was uns bei unseren Surfboards fehlte, nämlich Natürlich- keit, Regionalität und vor allem ein hohes Verbesserungspotenzial.“ Schnell wurde die Entscheidung getroffen, an diesen kleinen Verwandten der Surfboards zu tüfteln. „Wir wollten ein Produkt entwerfen, das lokal und nachhaltig produziert werden kann, für jeden zugänglich ist und auch ohne großen Aufwand verwendet wer- den kann.“ So entstand schließlich die Idee für das „Woaz Board“. Ihre Kunden schätzen dabei vor allem Handwerk, Qualität und Langlebigkeit der Produkte. Die Gründer bestätigen: „Wir wollen dem Trend entgegenwirken, dass Produkte ein Ablaufdatum haben müssen. Da fangen wir natürlich bei uns selbst an und versuchen deshalb, ein Balance Board zu bauen, das vom ersten bis zum letz- ten Arbeitsschritt nachhaltig produziert wird.“ Ihre Boards bestehen aus heimischen Hölzern, welche mit Holz- leim ohne Zusatzstoffe verleimt wer- den. „Wir nehmen jeden Furnierbund in die Hand, versichern uns, dass er aus heimischen Wäldern stammt und ob er genau die Maße besitzt, die wir für unsere Boards benötigen. Und wir versuchen, so wenig Verschnitt wie möglich zu produzieren“, betonen sie.

AUF EINEN BLICK Das „Woaz Board“ ist ein sogenanntes Balance Board, das Sportlern der verschiedenen Board-Sportarten ein Trockentraining ermöglicht. Um sich auf der Rolle zu halten, verwendet man beinahe jeden Muskel im Körper. Sobald man das Balancieren gemeistert hat, kann man tiefer in die Materie eintauchen und auch von Squats bis hin zu Yoga und weiteren Fitnessübungen vieles auf dem Brett ausprobieren. aus heimischen Wäldern stammt und ob er genau die Maße besitzt, die wir für unsere Boards benötigen. Und wir versuchen, so wenig Verschnitt wie möglich zu produzieren“, betonen sie.

Urlaubsgefühl im Wohnzimmer Freilich stehen die vier nach wie vor hinter der Liebe zu der Sportart selbst. Auch wenn sie zuletzt genau diese Leidenschaft immer wieder hinterfragt haben, erzählen sie. Auf der einen Seite seien die meisten Snow-, Skate-, Surfboarder sehr naturverbundene Menschen. Andererseits wirkten sie erheblich an der Beliftung der Berge und der Erschließung abgelegener Strände mit. „Wir steigen in ein Flugzeug, um an den nächsten Surfspot zu kommen, oder müssen mit dem Auto lange Strecken hinter uns bringen, um den nächsten Hang zu fahren. Und das alles meist auf Kunststoffbrettern.“ Für die Zeit im Lockdown kann man mit ihrem Balance Board zumindest auf ein paar Flugmeilen verzichten. Weil das Board problemlos und vielseitig einsetzbar ist, sehen sie es als eine der Trendsportarten dieses Jahres. Es ist Ausgleich, Anstrengung und Abwechslung zugleich. In gewisser Art und Weise bietet es eine kurze Flucht aus dem Alltag, indem es zumindest das Gefühl von Wellen und Pulverschnee ins Wohnzimmer bringt.



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